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Geist-Fragment: Das Letzte Wort 2

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Der Mann, den ich später als Jaren Ward sowie meinen dritten Vater kennen würde - und ziemlich wahrscheinlich meinen besten Freund, kam vom Süden her nach Palamon.

Ich war nur ein Junge, aber ich werde nie seine Silhouette auf dem leeren Pfad vergessen, wie er sich langsam der Stadt näherte.

Ich hatte noch nie so etwas wie ihn gesehen. Wahrscheinlich keiner von uns. Er sagte, dass er nur auf der Durchreise war und ich glaubte ihm. Das tue ich immer noch, aber das Leben verfolgt seinen eigenen Plan.

Ich kann mich an diese Tag ganz klar erinnern. Von allen Details, jeder Nuance, jedem Moment, ist, was mir am meisten in Erinnerung bleibt, das Eisen an Jarens Hüfte. Eine Kanone, die gleichzeitig makellos und nach langer Benutzung aussah. Wie ein Überbleibsel aus jeder Schlacht, in der er gekämpft hatte, hing sie tief von seiner Hüfte; eine Trophäe und eine Warnung.

Dieser Mann war gefährlich, aber da war ein Licht an ihm, eine Reinheit, die daraufhin deutete, dass sein Zorn verdient war und nicht grundlos.

Ich war der Erste, der sein Herankommen bemerkte, doch schon bald kam auch der Rest von Palamon hervor, um ihn zu begrüßen. Mein Vater hielt mich zurück, während wir alle schweigend herumstanden.

Jaren gab unter seinem schnittigen Rennfahrerhelm keinen Laut von sich. Er sah genau wie die Helden aus Geschichten aus. Bis zu diesem Tage bin ich mir nicht sicher, ob das Schweigen zwischen den Bewohnern und dem Abenteurer von Furcht oder Respekt herrührte. Ich vermute ja Letzteres, aber jede Wahrheit, die ich auf diesen Moment anwenden will, wäre nur eine selbstgestrickte Wahrheit.

Während wir auf Magistrat Loken warteten, damit er die offizielle Begrüßung vornehmen konnte, konnte ich meine Ungeduld nicht länger in Zaum halten. ich schüttelte die schwere Hand meines Vaters ab, sprintete die kurze Distanz über den Platz, bis ich kurz vor diesem neuen Kuriosum stoppte. Ein Mann wie kein anderer.

Ich starrte nach oben und er richtete seine Aufmerksamkeit auf mich hinab, seine Augen hinter dem dicken, getönten Visier seines Helmes verdeckt. Mein Blick fiel schnell auf seine Nebenwaffe. Ich war ganz gebannt. Ich malte mir alle Ort aus, an denen diese Waffe wohl schon gewesen sein könnte. Alle Wunder, die sie gesehen haben könnte. Alle Schrecken, die sie erlitten haben könnte. Meine Vorstellung sprang von einem heroischen Akt zum nächsten.

Ich bekam kaum mit, wie er sich niederkniete und mir das Eisen entgegenhielt. Meine Augen starrten die Waffe fasziniert an.

Ich erinnere mich daran, mich zu meinen Vater umzudrehen und den Ausdruck auf den Gesichtern eines jeden, den ich kannte, zu sehen. Es war Furcht. Mein Vater schüttelte langsam den Kopf, als ob er mich anflehen wollte, das Geschenk zu ignorieren.

Ich drehte mich wieder zu dem Mann um, den ich als Jaren Ward kennenlernen sollte, dem besten Jäger, den dieses System wahrscheinlich je sehen wird, und einer der größten Hüter, die je das Licht des Reisenden beschützt haben ...

Und dann nahm ich die Waffe an mich. Vorsichtig. Sanft.

Nicht, um sie zu benutzen. Nur um sie anzuschauen. Für Gedankenspielereien. Um sein Gewicht zu fühlen und seine Wahrheit zu erfahren.

Das war das erste Mal, dass ich das „Letzte Wort“ in Händen hielt, aber unglücklicherweise nicht das letzte Mal.

Geist-Fragment : Das letzte Wort 2
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